Allgemeine Informationen zur Psychotherapie

Wann ist eine Psychotherapie sinnvoll?

Jeder kennt psychische Beschwerden. Viele Menschen geraten im Laufe ihres Lebens in Krisen, die sie ohne professionelle Hilfe bewältigen können. Gespräche mit vertrauten Personen oder die eigenen Selbstheilungskräfte reichen dabei zur Bewältigung aus.

Es kann aber auch sein, dass es über Wochen und Monate nicht gelingt, die psychischen Beschwerden allein oder durch Gespräche mit vertrauten Personen zu lindern. Die psychischen Probleme bleiben bestehen und entwickeln ein Eigenleben. In diesem Fall kann eine Psychotherapie sinnvoll sein.

Im Weiteren könnten die folgende Aussagen Ihnen bei den Entscheidung helfen, ob Sie eine Psychotherapie beginnen sollten:

  • Ich fühle mich überlastet, habe Schwierigkeiten meinen Alltag zu bewältigen.
  • Ich fühle mich in einer Lebenskrise.
  • Ich mache mir ständig Sorgen.
  • Ich habe Angst.
  • Ich schlafe sehr schlecht ein/schlafe nicht durch/kann kaum schlafen.
  • Ich leide unter körperlichen Beschwerden/einer chronischen Erkrankung.
  • Ich kann kaum arbeiten/bin häufig krank.
  • Ich bin oft gereizt und/oder aggressiv und/oder anderen gegenüber heftig.
  • Ich habe das Gefühl mich nicht wehren zu können.
  • Ich bin oft traurig/niedergeschlagen.
  • Mir ist oft alles egal.
  • Ich komme mit mir/meinem Leben nicht mehr zu recht.
  • Es kommt vor, dass ich vergangene schreckliche Erlebnisse wiedererlebe
    (z. B. im Traum, tagsüber als Film/Bild, etc.).
  • Manchmal habe ich das Gefühl, nicht "ich selbst" zu sein.

Sollten Sie einer oder mehreren Aussagen zustimmen, könnte eine Psychotherapie für Sie hilfreich sein.


Was passiert in einer Psychotherapie?

Zu Beginn einer Psychotherapie sind drei Punkte von besonderer Bedeutung:

  • Auf Grund welcher Beschwerden ist eine Psychotherapie notwendig?
  • Fühle ich mich als Patient/Patientin bei der Therapeutin gut aufgehoben?
  • Habe ich als Therapeutin das Gefühl Ihnen helfen zu können.

Zur Klärung dieser Fragen stehen maximal fünf Sitzungen à 50 Minuten zur Verfügung, die normalerweise von den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen übernommen werden. Diese Sitzungen werden (deshalb) als "probatorische Sitzungen" (Probesitzungen) bezeichnet. Ist die Frage der Zusammenarbeit zwischen Ihnen und mir positiv beantwortet (spätestens bis zum fünften Termin sollte dies geklärt sein), wird ein Therapieantrag nach Ihrer Zustimmung von mir bei Ihrer Krankenversicherung eingereicht. Im Falle der Genehmigung übernimmt Ihre Krankenversicherung die weiteren Kosten der Psychotherapie.

Von Beginn an geht es in der Therapie um aufmerksames Zuhören und Nachfragen meinerseits sowie um Vermittlung von Informationen, damit Sie die Zusammenhänge besser verstehen lernen. Gemeinsam erarbeiten wir wie es zu Ihren Problemen gekommen ist und welche Veränderungsmöglichkeiten es gibt. Hierzu sollen die eigenen, ggf. verloren gegangenen Fähigkeiten reaktiviert oder neue erlernt werden, damit diese für die Lösung der Probleme genutzt werden können.
Im Weiteren sollen ein verändertes Denken über sich selbst/über andere, erweiterte Einstellungen und neue Verhaltensweisen gefördert werden.
Für eine erfolgreiche Therapie ist ihre Mitarbeit sehr wichtig. Dies bedeutet, dass Sie z.B. die im Laufe der Therapie erarbeiteten Strategien auch zwischen den Sitzungen aktiv umsetzten.

Die Dauer einer Psychotherapie ist individuell unterschiedlich. Am Anfang der Therapie finden die Termine wöchentlich statt, später im größeren Abstand. Dies wird jedoch immer gemeinsam entschieden.


Woran können Sie erkennen, dass ein Therapeut für die Durchführung einer Psychotherapie qualifiziert ist?

Der Titel "Psychologischer Psychotherapeut" oder "Ärztlicher Psychotherapeut" ist seit 1999 in Deutschland gesetzlich geschützt. Das Psychotherapeutengesetz legt fest, dass nur noch Diplom-Psychologen (Psychologische Psychotherapeuten) oder Ärzte (Ärztliche Psychotherapeuten) diesen Titel führen dürfen, die nach ihrem Universitätsstudium eine spezielle mehrjährige Zusatzausbildung absolviert haben und denen eine staatliche Approbation erteilt wurde (www.aekno.de).


Schweigepflicht

Psychotherapeuten sind zur Verschwiegenheit über das verpflichtet, was ihnen durch Patienten oder durch Dritte beruflich anvertraut und bekannt geworden ist. Sollte es für die Behandlung wichtig sein, dass Informationen von Dritten (z.B. Austausch mit Ihrem Arzt, Einholen von Klinikberichten, etc.) notwendig erscheinen, so geschieht dies immer erst, nachdem ich von Ihnen eine Schweigepflichtentbindung erhalten habe. Gleiches gilt, wenn Dritte Informationen über Sie von mir erbitten.